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OHB Bremen bekommt großen Galileo-Auftrag?

Peter Jansen
6.12.2009

Völlig unerwartet hat der Bremer Satellitenbauer OHB den Bieterwettstreit um den Bau von acht Satelliten des europäischen Navigationssytems Galileo gewonnen. Dies verlautete am Freitag aus Kreisen der EU-Komission. Dabei konnte sich OHB offenbar gegen seinen wesentlich größeren Konkurrenten Astrium und dessen französischen Partner Thales Alenia durchsetzen. Der Auftrag sieht den Bau der ersten acht Satelliten der Galileo-Konstellation vor und hat einen Wert von 350 Millionen Euro.

Die EU-Komission wird die Mitgliedsstaaten am Mittwoch über ihre Entscheidung offiziell unterrichten. Offenbar möchte die Komission mit der Auftragsvergabe den Wettbewerb unter den europäischen Raumfahrtkonzernen stärken. Doch dürfte die Entscheidung nicht auf ungeteilte Zustimmung der Politik stoßen. Immerhin hat Astrium bereits in Anlagen in Süddeutschland investiert, in der Hoffnung den Auftrag zu bekommen. Für die Politik dürfte entscheidend sein, dass nun in Folge der Auftragsvergabe an OHB eine unbekannte Anzahl von Arbeitsplätzen in Süddeutschland gefährdet ist.

Das Überraschende an der Wahl der EU-Komission ist, dass sich ein verhältnismäßig kleines Unternehmen wie OHB mit einem Jahresumsatz von nur 218 Mio Euro gegen die Raumfahrttochter von EADS durchsetzen konnte. EADS und Thales kommen zusammen auf einen Umsatz von rund 55 Mrd. Euro. Auf Grund der Größenverhältnisse hatten viele spekuliert, dass OHB für den Auftrag eigentlich zu klein sei. Doch zum OHB-Konsortium gehört auch der noch viel kleinere britische Spezial-Satellitenhersteller Surrey, der bereits den ersten Galileo-Demonstrationssatelliten Giove A gebaut hatte. Insofern verfügt das OHB-Konsortium über die nötige Erfahrung. Interessanterweise wurde Surrey erst im vergangenen Jahr von EADS übernommen.

Doch selbst wenn die Entscheidung der Komission allem politischen Druck zum Trotz Bestand haben sollte, so bleibt für Astrium doch noch die Hoffnung auf die beiden späteren Vergabephasen. Insgesamt sollen zunächst 22 Satelliten gebaut werden, gestaffelt auf Produktionslose von acht und 14 Satelliten. In einigen Jahren soll dann erneut eine Ausschreibung für die restlichen sechs Satelliten statt finden, mit denen dann die Konstellation auf die ursprünglich geplanten 28 Einheiten käme.

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